Botrytis an Weintrauben: Effektive Bekämpfung und Vorbeugung

Petra Müller 20. Mai 2026

Botrytis an Weintrauben ist eine der häufigsten Pilzkrankheiten im Weinbau. Diese Grauschimmelfäule kann erhebliche Ernteverluste verursachen und erfordert ein gezieltes Bekämpfungsmanagement.

Was ist Botrytis cinerea?

Botrytis cinerea, auch als Grauschimmel oder Grauschimmelfäule bekannt, ist ein wirtsunabhängiger Pilz, der mehr als 200 verschiedene Pflanzenarten befallen kann. An Weintrauben verursacht diese Krankheit besonders in feuchten Jahren massive Schäden. Der Pilz profitiert von warmen, feuchten Bedingungen und breitet sich rasch aus.

Die Infektion beginnt meist an verletzten Beeren oder Blütenresten und dringt dann in das Traubengewebe ein. Betroffene Beeren zeigen einen charakteristischen grauen Belag aus Pilzsporen, der sich bei Berührung leicht verbreitet.

Symptome und Erkennung

Frühwarnzeichen an den Trauben

Die ersten Anzeichen von Botrytis an Weintrauben sind oft unscheinbar:

  • Kleine, braune Flecken auf den Beeren
  • Aufplatzen der Beerenhaut
  • Bildung eines grauen, samtigen Belags
  • Verflüssigung des Fruchtfleisches
  • Fauliger Geruch bei starkem Befall

Befallszeitpunkte verstehen

Der Pilz kann zu verschiedenen Zeitpunkten auftreten:

  1. Blütezeit: Befall junger Blütenorgane
  2. Reifezeit: Infektion über Wunden oder direktes Eindringen
  3. Erntezeit: Schnelle Ausbreitung unter feuchten Bedingungen

Ursachen und begünstigende Faktoren

Wetterbedingungen als Hauptfaktor

Feuchtes, warmes Wetter mit Temperaturen zwischen 15-25°C fördert die Sporenbildung massiv. Besonders kritisch sind:

  • Langanhaltende Regenperioden während der Reife
  • Hohe Luftfeuchtigkeit über 80%
  • Mangelnde Luftzirkulation im Bestand

Kulturelle Faktoren im Weinberg

Auch die Bewirtschaftung beeinflusst das Botrytis-Risiko:

  • Zu dichte Laubwände behindern die Abtrocknung nach Regen. Ein gezielter Rebschnitt schafft bessere Belichtungsverhältnisse.
  • Übermäßige Stickstoffdüngung führt zu lockeren Beerenhäuten.
  • Mechanische Verletzungen durch Wind oder Tiere schaffen Eintrittspforten.
  • Insektenfraß (z.B. Wespen) öffnet Zugangsweg für den Pilz.

Biologische und chemische Bekämpfungsmethoden

Präventive Maßnahmen als Basis erfolgreicher Strategien gegen Botrytis an Weintrauben

Eine gute Vorbeugung ist effektiver als jede Behandlung nach dem Befall.

Wichtigste vorbeugende Schritte:

  1. Laubmanagement: Entblättern der Traubenzone verbessert die Durchlüftung deutlich.
  2. Ertragsregulierung: Ausdünnen zu dichter Trauben reduziert das Infektionsrisiko.
  3. Sortenwahl: Wenig anfällige Sorten wie Riesling oder Cabernet Sauvignon bevorzugen.
  4. Bodenpflege: Ausgewogene Nährstoffversorgung stärkt die natürliche Abwehr.
  5. Wassermanagement: Keine Überkopfberegnung in kritischen Phasen. Kritische Fehler bei der Vorbeugung vermeiden:
  • Zu frühes und radikales Entblättern schwächt die Photosynthese.
  • Vernachlässigung der Nährstoffversorgung erhöht das Risiko.
  • Unzureichender Windschutz begünstigt mechanische Schäden.

Direkte Bekämpfung bei akutem Befallsmitteln erlauben eine gezielte Behandlung:

  • Fungizide: Kontaktwirkstoffe bilden Schutzschichten auf den Beeren.
  • Systemische Mittel: Wirken im Inneren des Pflanzengewebes.
  • Biologische Präparate: Enthalten nützliche Mikroorganismen zur Konkurrenzverdrängung. Der Einsatz muss gemäß den aktuellen Pflanzenschutzrichtlinien erfolgen. Behandlungen sind besonders wirksam vor sensiblen Phasen wie der Blüte und dem Beginn der Reife.

Die zwei Gesichter des Botrytis-BefallsIn bestimmten Fällen kann Botrytis auch erwünscht sein:

Edelfäule für SüßweineBei späten Infektionen unter trockenen Bedingungen entwickelt sich sogenannte "Edelfäule". Diese konzentriert Zucker und Aromastoffe in den Beeren – Grundlage für edelsüße Weine wie Trockenbeerenauslese oder Sauternes. Voraussetzung ist ein trockener Herbst mit Morgennebel und sonnigen Nachmittagen.

Rohfäule als Schadfaktordagegen zerstört den Ernteertrag vollständig. Die Trauben verfaulen ungenießbar und können entire Ernten vernichten.Deshalb distinguieren Winzer strikt zwischen gewollter Edelfäule und schädlicher Rohfäule, je nach angestrebtem Weinstil.

Fazit zum Botrytis-Schutz

Effektiver Schutz vor Botrytis erfordert eine Kombination aus vorbeugenden Maßnahmen und gezielten Behandlungen. Regelmäßige Kontrollen helfen dabei, Befall frühzeitig zu erkennen. Bei akutem Befall bieten unsere Experten professionelle Lösungen an. Ergänzend informieren Sie sich über unseren Service in Schädlingsbekämpfung Sand für umfassende Beratung.