Die Handhabung von Chemikalien im Garten- und Landschaftsbau endet nicht mit der Anwendung. Ein oft unterschätzter Aspekt ist die Aufbewahrung nach dem Gebrauch. Wer Pflanzenschutzmittel richtig lagern möchte, muss sowohl physikalische Bedingungen als auch Sicherheitsaspekte berücksichtigen, um die Gesundheit von Mensch und Tier sowie die Umwelt zu schützen.
Warum ist die richtige Lagerung entscheidend?
Pflanzenschutzmittel (PSM) enthalten Wirkstoffe, die bei unsachgemäßer Handhabung gefährlich werden können. Eine korrekte Lagerung verhindert nicht nur Unfälle, sondern garantiert auch, dass die Mittel ihre Wirksamkeit behalten. Feuchtigkeit, Frost oder extreme Hitze können die chemische Struktur verändern, wodurch das Mittel unbrauchbar wird oder sogar unvorhersehbare Reaktionen zeigt.
Der ideale Lagerort
Um Pflanzenschutzmittel richtig lagern zu können, bedarf es eines Ortes, der spezifische Kriterien erfüllt. Der Keller, eine Garage oder ein abschließbarer Gartenschrank sind oft gute Optionen, sofern folgende Bedingungen erfüllt sind:
- Kühl und frostfrei: Extreme Temperaturen schaden den meisten Emulsionen und Flüssigkeiten. Eine Temperatur zwischen 5°C und 20°C ist ideal.
- Trocken: Feuchtigkeit kann Verpackungen (besonders Kartons und Papiertüten) aufweichen und zu Leckagen führen. Pulver können verklumpen.
- Dunkel: UV-Strahlung kann bestimmte Wirkstoffe zersetzen.
Sicherheitsvorkehrungen für den Haushalt
Der wichtigste Aspekt beim Lagern von PSM ist der Schutz von Unbeteiligten. Besonders Kinder und Haustiere können die Gefahren bunter Verpackungen oder interessanter Flaschen nicht einschätzen.
Zugriff verwehren
Lagern Sie die Mittel immer in einem abschließbaren Schrank. Ein einfaches Regal im Schuppen reicht nicht aus. Der Schlüssel muss an einem separaten Ort aufbewahrt werden, zu dem Kinder keinen Zugang haben.
Niemals umfüllen
Ein fataler Fehler ist das Umfüllen von Restmengen in andere Behälter, wie zum Beispiel Marmeladengläser oder Getränkeflaschen. Dies führt immer wieder zu schweren Vergiftungsunfällen durch Verwechslung. Um Pflanzenschutzmittel richtig lagern zu können, müssen diese zwingend in der Originalverpackung bleiben. Nur dort sind alle wichtigen Warnhinweise, Dosierungsanleitungen und das Verfallsdatum vermerkt.
Gesetzliche Vorgaben und Umweltschutz
In Deutschland unterliegt die Lagerung von Pflanzenschutzmitteln rechtlichen Rahmenbedingungen. Im privaten Bereich (Haus- und Kleingarten) gelten zwar weniger strenge Regeln als in der Landwirtschaft, dennoch gilt das Sorgfaltsgebot.
Sollte ein Mittel auslaufen, darf es keinesfalls in die Kanalisation oder das Grundwasser gelangen. Einlegeböden in Schränken sollten daher idealerweise als Auffangwanne fungieren oder mit undurchlässigem Material ausgelegt sein. Halten Sie Bindemittel (z.B. Katzenstreu oder Sägespäne) bereit, um Leckagen sofort aufzunehmen.
Entsorgung abgelaufener Mittel
Wenn Sie beim Aufräumen feststellen, dass Mittel abgelaufen sind oder nicht mehr zugelassen sind, dürfen diese nicht über den Hausmüll oder die Toilette entsorgt werden. Sie gehören in die mobile Schadstoffsammlung oder zum Wertstoffhof.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Wer Pflanzenschutzmittel richtig lagern will, investiert in Sicherheit. Ein kühler, trockener und vor allem verschlossener Ort ist der Schlüssel zur Unfallvermeidung.