Die häufigsten Schädlinge im Bienenstock und wie man sie erkennt
Ein vitales Bienenvolk kann von verschiedenen Schädlingen und Krankheiten bedroht werden. Eine frühzeitige Erkennung ist der erste Schritt, um Schädlinge im Bienenvolk vermeiden zu können. Achten Sie auf die folgenden Anzeichen und lernen Sie die Hauptfeinde Ihrer Bienen kennen.
Die Varroamilbe (Varroa destructor)
Die Varroamilbe ist der wohl bekannteste und schädlichste Parasit für Honigbienen weltweit. Sie befällt sowohl die erwachsenen Bienen als auch die Brut.
- Erkennung: Sichtbare Milben auf dem Rücken der Bienen, verkümmerte Flügel (durch das von der Milbe übertragene DWV-Virus), eingesunkene und löchrige Zelldeckel, ein allgemein geschwächtes Volk.
- Gefahr: Die Milben saugen Hämolymphe (das "Blut" der Bienen) und übertragen gefährliche Viren. Ein starker Befall führt unweigerlich zum Zusammenbruch des Volkes, meist im Winter.
Die Wachsmotte (Galleria mellonella & Achroia grisella)
Die Wachsmotte selbst ist keine direkte Bedrohung für starke Völker, aber ihre Larven können verheerende Schäden anrichten, insbesondere in schwachen Völkern oder an gelagertem Wabenmaterial.
- Erkennung: Gespinste und Tunnel in den Waben, die mit dunklem Kot gefüllt sind. Die Waben werden komplett zerstört.
- Gefahr: Zerstörung des Wabenwerks. Ein starker Befall deutet oft auf ein bereits geschwächtes Volk hin.
Der Kleine Beutenkäfer (Aethina tumida)
Dieser aus Afrika stammende Käfer ist ein meldepflichtiger Schädling. Er und seine Larven ernähren sich von Pollen, Honig und Bienenbrut.
- Erkennung: Kleine, dunkle Käfer, die sich schnell in Ritzen verstecken. Die Larven ähneln denen der Wachsmotte, haben aber drei Beinpaare am Vorderkörper. Charakteristisch ist der gärende, nach Ananas riechende Honig.
- Gefahr: Die Larven fressen sich durch die Waben und bringen den Honig zum Gären. Das Volk kann bei starkem Befall ausziehen.
Strategien, um erfolgreich Schädlinge im Bienenvolk zu vermeiden
Ein proaktiver Ansatz ist entscheidend. Anstatt nur auf einen Befall zu reagieren, sollten Imker eine integrierte Strategie verfolgen. Ziel ist es stets, die Bedingungen für die Bienen zu optimieren und für Schädlinge zu verschlechtern. So lässt sich am besten Schädlinge im Bienenvolk vermeiden.
1. Regelmäßige Volkskontrolle
Die wichtigste Maßnahme zur Schädlingsprävention ist die regelmäßige und sorgfältige Inspektion Ihrer Völker. Kontrollieren Sie den Zustand der Brut, achten Sie auf Anomalien und prüfen Sie den natürlichen Milbenfall (Gemülldiagnose). Nur wer den Zustand seines Volkes kennt, kann rechtzeitig eingreifen.
2. Hygienemaßnahmen am Bienenstand
Sauberkeit ist entscheidend, um die Ausbreitung von Krankheiten und Schädlingen zu verhindern.
- Starke Völker fördern: Nur starke, vitale Völker können sich effektiv selbst gegen Feinde wie die Wachsmotte verteidigen.
- Sauberer Beutenboden: Halten Sie den Boden der Beute sauber, um Schädlingen keinen Unterschlupf zu bieten.
- Altwaben einschmelzen: Erneuern Sie regelmäßig das Wabenwerk. Alte, dunkle Waben können Krankheitserreger beherbergen.
3. Biotechnische Bekämpfungsmethoden
Diese Methoden nutzen die Biologie der Bienen und Schädlinge, um den Befall ohne Chemie zu reduzieren.
- Drohnenbrutschneiden: Varroamilben bevorzugen zur Vermehrung die Drohnenbrut. Durch das gezielte Entfernen und Einschmelzen verdeckelter Drohnenwaben kann die Milbenpopulation im Frühsommer deutlich reduziert werden.
- Bannwabenverfahren: Die Königin wird zeitweise auf eine oder wenige Waben gesperrt. Sobald die Brut verdeckelt ist, wird diese Wabe mit den darin konzentrierten Milben entnommen.
"Ein integriertes Konzept, das auf Hygiene, Biotechnik und bei Bedarf auf organische Säuren setzt, ist der Schlüssel, um langfristig Schädlinge im Bienenvolk vermeiden zu können."
4. Behandlung mit organischen Säuren
Wenn der Befallsdruck zu hoch wird, ist eine Behandlung oft unumgänglich. Im Rahmen einer naturnahen Imkerei haben sich organische Säuren bewährt.
- Ameisensäure: Wird nach der Honigernte im Spätsommer eingesetzt. Ihre Dämpfe töten die Milben auch in der verdeckelten Brut.
- Oxalsäure: Ideal für die Winterbehandlung im brutfreien Zustand. Sie wird geträufelt oder verdampft und wirkt sehr effektiv auf die aufsitzenden Milben.
Die richtige Anwendung dieser Methoden ist entscheidend für den Erfolg und die Sicherheit des Bienenvolkes.