Die Haltung von Phelsumen (Taggeckos) erfreut sich großer Beliebtheit, doch wie in jedem biologischen System können unerwünschte Gäste auftreten. Schädlinge in der Taggeckozucht sind nicht nur lästig, sondern können im schlimmsten Fall den Bestand gefährden oder das empfindliche Ökosystem eines Regenwaldterrariums kippen lassen. In diesem Artikel beleuchten wir die häufigsten Plagegeister und effektive Gegenmaßnahmen.
Die häufigsten Ektoparasiten: Milben
Eine der größten Gefahren stellen Milben dar. Hier muss jedoch strikt unterschieden werden:
- Blutmilben (Ophionyssus natricis): Diese sind echte Parasiten. Sie saugen Blut, schwächen das Immunsystem der Geckos und können Krankheiten übertragen. Sie erkennen diese als kleine rote oder schwarze Punkte, die sich auf der Haut der Geckos oder im Wassernapf bewegen.
- Bodenmilben & Springschwänze: Diese sind in der Regel harmlos und sogar nützlich als "Müllabfuhr" im Bodengrund.
Bei einem Befall durch Blutmilben ist schnelles Handeln gefragt. Schädlinge in der Taggeckozucht wie diese lassen sich oft nur schwer eliminieren, da Phelsumen sehr empfindlich auf Chemikalien reagieren.
Wichtig: Verwenden Sie niemals herkömmliche Insektensprays im Terrarium! Diese sind für Reptilien meist tödlich.
Lästlinge im Substrat und an Pflanzen
Da Taggeckos oft in bepflanzten Terrarien gehalten werden, schleppt man sich oft Schädlinge über neue Pflanzen oder Erde ein.
Trauermücken
Diese kleinen schwarzen Fliegen sind für adulte Geckos ungefährlich, ihre Larven können jedoch Wurzeln schädigen. Zudem nervt ein massives Aufkommen den Halter. Gelbtafeln (außerhalb des Terrariums!) und Nematoden im Gießwasser helfen hier effektiv.
Schild- und Wollläuse
Diese befallen die Pflanzen. Da man keine systemischen Gifte einsetzen kann (die Geckos lecken Wassertropfen von den Blättern), hilft meist nur das manuelle Abwaschen oder der Einsatz von Nützlingen wie Marienkäferlarven.
Biologische Bekämpfung: Die sicherste Methode
Um Schädlinge in der Taggeckozucht sicher zu bekämpfen, hat sich der Einsatz von Nützlingen bewährt. Dies ist der "Feuer mit Feuer"-Ansatz:
- Raubmilben (Hypoaspis miles): Diese kleinen Jäger fressen Blutmilben und Trauermückenlarven, lassen die Geckos aber völlig in Ruhe.
- Bücherskorpione: Sie jagen ebenfalls kleine Milben und Insekten.
Der Vorteil ist, dass keine Chemie zum Einsatz kommt und das natürliche Gleichgewicht im Terrarium wiederhergestellt wird.
Prophylaxe: Quarantäne ist Pflicht
Die beste Methode gegen Schädlinge in der Taggeckozucht ist die Prävention.
- Neue Tiere: Immer in Quarantäne (einfaches Becken mit Zewa) halten und auf Milben untersuchen. Kotproben beim Tierarzt auf Endoparasiten (Würmer, Kokzidien) prüfen lassen.
- Neue Pflanzen: Gründlich abduschen, Erde entfernen und neu eintopfen oder Pflanzen aus In-vitro-Kultur verwenden.
- Hygiene: Regelmäßiges Entfernen von Kot und Futterresten verhindert, dass sich Schädlinge explosionsartig vermehren.
Ein gesundes Phelsuma-Männchen oder -Weibchen zeigt leuchtende Farben und ist aktiv. Wirken die Tiere lethargisch oder häuten sich schlecht, sollten Sie sofort nach Parasiten suchen.